News Übersicht – Landesverkehrswacht Hessen e.V.

Lichttest 2016

Licht – Test – Wochen 2016

Unter dem Motto „Ein geblendeter Fahrer ist blind!“ wurde  im Oktober 1956 unter Führung des Bundesverkehrsministeriums eine Beleuchtungswoche gestartet, die seitdem als bundesweit größte Verkehrssicherheitsaktion gilt. In wenigen Städten wurden die Scheinwerfer und Bremslichter der Kraftfahrzeuge an ausgewählten Plätzen und zu festen Uhrzeiten kostenlos überprüft. In alten Aufzeichnungen wird „von einigen hundert Kraftfahrern“  berichtet, die an der ersten Beleuchtungsaktion teilnahmen. Damals ahnte wohl niemand, dass dies der Startschuss  für eine der wichtigsten Sicherheitskampagnen werden sollte,  aus denen der bundesweite „Licht-Test“ mit jährlich vielen Millionen Überprüfungen der Fahrzeug-Beleuchtung wurde. Nach wie vor sind die Mängelquoten hoch. Und das Thema  Autobeleuchtung  gewinnt mit immer komplexerer Technologie zunehmend an Bedeutung für die Sicherheit im Straßenverkehr.

Unter dem diesjährigen Motto „60 Jahre Sicherheit“ eröffneten Staatsminister Tarek Al-Wazir und der Präsident des KFZ-Gewerbes Hessen Jürgen Karpinski unter Beteiligung des Präsidenten der LVW Hessen Klaus Ruppelt, des  Vorsitzenden des ADAC Hessen-Thüringen, Matthias Feltz sowie des Frankfurter Polizeipräsidenten Gerhard Bereswill  am 9. September auf dem Börsenplatz vor dem Gebäude der IHK Frankfurt die zum 60. Mal bundesweit stattfindende  Verkehrssicherheitsaktion „Licht-Test-Wochen“.

Am 1. Oktober wird es wieder so weit sein. Der „Licht-Test“ ist weiterhin die bundesweit größte Verkehrssicherheitsaktion und ein wichtiger Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer.

Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir, der die Autofahrer zur Teilnahme an dem kostenlosen „Licht-Test“ aufforderte, wies eindringlich darauf hin, dass im vergangenen Jahr in Hessen eine Mängelquote von 35% bei den PKW und 30% bei den LKW registriert worden sei. Das bedeute, dass jedes dritte Fahrzeug mit einer defekten  Beleuchtungsanlage unterwegs gewesen sei. Das zeige, dass jeder, der von einem entgegenkommenden Fahrzeug geblendet worden sei, diese gefährliche Situation kenne.

Der Präsident des Hessischen Kraftfahrzeuggewerbes, Jürgen Karpinski, lobte das Engagement der Kfz-Werkstätten: „Jahr für Jahr kommen immer mehr Fahrzeuge mit hochmodernen Lichtsystemen auf die Straßen, wobei die richtige Einstellung neueste Technik  erfordert. Diese stellen unsere Meisterbetriebe der KFZ-Innungen bereit. Die Zeiten, in denen man mit dem Schraubendreher die Scheinwerfer schnell justieren konnte, sind vorbei. 1956 lieferten Autoscheinwerfer mit symmetrischem Abblendlicht im Dunkeln rund 30 Meter Sicht. Heute leuchteten zuschaltbare Fernlichter auf Laserbasis die Straße 650 Meter weit aus.

Durch diese Aktion werden alle  Autofahrer auf die dunkle und kalte Jahreszeit gut eingestellt“, sagte der Präsident und erklärte, dass mit bestandenem Licht-Test der Autofahrer die neue Licht-Test-Plakette für die Windschutzscheibe erhalte.
Einen Monat lang, vom 1. bis 31. Oktober, könnten Autofahrer wieder die Beleuchtungsanlagen ihres Fahrzeuges unter anderem in den rund 4.400 Meisterbetrieben in Hessen überprüfen und bei Bedarf korrigieren lassen.

Der Licht-Test wird seit 1956 durchgeführt und  u.a. vom Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe und der Deutschen Verkehrswacht organisiert mit Unterstützung durch den ADAC, Auto Bild, Osram und dem Zentralverband der Augenoptiker.

Tausende Spannbanner an verkehrsreichen Straßen und Brücken weisen Autofahrerauf den  Licht-Test hin. „Die Verkehrswachten unterstützen die Aktion von Beginn an und stellen  alleine in Hessen über 700 Werbebanner für die Verkehrssicherheitsaktion zur Verfügung“, sagte Klaus Ruppelt, Präsident der Landesverkehrswacht Hessen, die dieses Projekt hessenweit finanziell und personell unterstützt und damit einen wichtigen Beitrag auf Hessens Straßen leistet.
Matthias Feltz,  Vorsitzender des ADAC Hessen-Thüringen, betont: „Seit vielen Jahren unterstützt der ADAC die Licht-Test-Wochen. Unsere Erfahrungen zeigen, dass diese Aktion einen wichtigen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit leistet, denn es wird nicht nur die Funktionstüchtigkeit sicherheitsrelevanter Technik geprüft, sondern auch die Sensibilität der Autofahrer für saisonale Veränderungen im Straßenverkehr erhöht.“

„Die hessische Polizei wird bei Kontrollen und Aufklärungsaktionen verstärkt auf  die Licht-Test-Plakette 2016 und eine intakte Fahrzeugbeleuchtung achten“, sagte der Polizeipräsident der Stadt Frankfurt Gerhard Bereswill und erklärte,  dass die Licht-Test-Plakette bei Polizeikontrollen  eine geprüfte Beleuchtungsanlage signalisiere. Im vergangenen Jahr habe die hessische Polizei an rund 21.000 die Beleuchtungseinrichtung kontrolliert - bei jedem vierten habe es Grund zur Beanstandung gegeben. Das zeige, wie notwendig diese Aktion sei, betonte G. Bereswill.

Abschließend erklärte Staatsminister Al-Wazir: „Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Straßenverkehr sicherer zu machen. Die Licht-Test-Wochen unterstützen uns dabei und natürlich freut es mich sehr, dass wir den heutigen symbolischen Licht-Test an einem Elektrofahrzeug durchführen. Die Landesregierung nutzt alle ihre Möglichkeiten, um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen.“

lichttest 2016
von rechts: G. Bereswill, M. Feltz, T. Al-Wazir, J. Karpinski und K. Ruppelt

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Schulanfang

ANFÄNGER

Weil Schulanfänger auch Verkehrsanfänger sind, weil sie aufgrund ihres Alters und Entwicklungsstandes im Straßenverkehr zu den schwachen Verkehrsteilnehmern gehören, widmen ihnen nicht nur ihre Eltern, sondern auch die Verkehrswachten besondere Aufmerksamkeit.Grundschulkinder sind schnell von äußeren Reizen abgelenkt, können Geschwindigkeiten nicht einschätzen und erkennen gefährliche Situationen erst dann, wenn sie eingetreten sind. schulanfang

Hinzu kommen Freude und Aufregung für die ersten Schultage, die die Aufmerksamkeit vom Straßenverkehr ablenken.

Klaus Ruppelt,  Präsident der Landesverkehrswacht Hessen, bittet deshalb: „Fahren Sie in Wohngebieten und auf Straßen im Einzugsbereich von Schulen langsam und vorausschauend. Tempo 30 rund um eine Schule ist oftmals zu schnell – seien Sie jederzeit bremsbereit.“

Viele Verkehrswachten, so auch die 32 hessischen Verkehrswachten, die in ihrem Betreuungsbereich  leuchtend-gelbe Spannbänder in unmittelbarer Nähe von Schulen angebracht haben, wollen so auf den Schulbeginn aufmerksam machen. Um den Kindern einen sicheren Schulweg zu ermöglichen, setzt sich die Verkehrswacht  zudem für polizeiliche Geschwindigkeitskontrollen im Umkreis von Schulen ein. „Autofahrer verhalten sich in Tempolimit-Zonen, in denen regelmäßig Verkehrsmessungen durchgeführt werden, angepasster“, erläutert Klaus Ruppelt. „Sie sind eher bereit, vorsichtig und umsichtig zu fahren. Dadurch erhöht sich die Sicherheit der Schulkinder, was uns eine Herzensangelegenheit ist.“

Am 26. August enden in Hessen die Sommerferien, dann werden wieder vermehrt Schulkinder mit gelben Mützen im gelbe-mützeStraßenbild wahrzunehmen sein. Autofahrer sind gefordert, auf Schulwegen und vor Schulen besonders vorsichtig zu fahren und sich rücksichtsvoll zu verhalten. Gerade jüngere Schulkinder gehören aufgrund ihres Alters und Entwicklungsstandes zu den schwächeren Verkehrsteilnehmern, die auf das Verständnis anderer angewiesen sind.

Die gut gemeinten „Elterntaxis“, die sich dann wieder vor Schulen sammeln, tragen nicht zur Verkehrssicherheit der Kinder bei.

Die Erfahrung zeigt allerdings, dass sich Autofahrer in Tempolimit-Zonen, in denen regelmäßig Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt werden, vorbildlicher verhalten und eher bereit sind, die vorgeschriebene Geschwindigkeit einzuhalten.

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Schüler helfen Schülern

Hessens bester Schülerlotse kommt aus Wetzlar

Seit über 60 Jahren sorgen Hessens Schülerlotsen unter dem Motto: Schüler helfen Schülern für Verkehrssicherheit auf dem Schulweg mit dem Anspruch, Schulwegunfälle zu vermeiden! In Hessen leisten im Betreuungsbereich von 9 örtlichen Verkehrswachten etwa 500 Schülerlotsen ihren ehrenamtlichen Dienst.

Die Landesverkehrswacht Hessen veranstaltet alljährlich einen Wettbewerb, zu dem die Schülerlotsen, die sich sämtlich regional durch ihr besonderes Interesse und Engagement qualifiziert hatten, in diesem Jahr am 07. Juli zu einem spannenden Finale in die Räumlichkeiten der Dekra-Niederlassung in Frankfurt ein, um den landesbesten Lotsen oder die beste Lotsin zu ermitteln.

19 Schülerlotsen, davon 4 Schülerlotsinnen, offiziell „Verkehrshelfer“ genannt, die sich auf den Wettbewerb vorbereitet hatten, waren der Einladung gefolgt.

Der Präsident der Landesverkehrswacht, Klaus Ruppelt, dankte zunächst dem Niederlassungsleiter, Herrn Jens Petersdorff, für seine Gastfreundschaft und begrüßte dann die Schülerlotsen aus Frankfurt, Limburg, Wetzlar, Darmstadt, Fulda, Petersberg und Künzell. Er lobte ihr Engagement und erklärte: „Ihr seid das Markenzeichen der Verkehrswacht, euer Leitmotiv ist die Unfallverhütung! Dafür verdient Ihr Lob und Anerkennung nicht nur von der jeweiligen Schule, von den Eltern der Schulkinder, die ihr schützt, sondern auch vor allem von den politisch Verantwortlichen. Denn dort, wo ihr alltäglich auf Hessens Straßen für Sicherheit für die schwächsten Verkehrsteilnehmer sorgt, ist in den über 60 Jahren der Schülerlotsentätigkeit noch kein einziger Schüler schwer verletzt oder sogar getötet worden. Das ist zu einem ganz großen Teil Euer Verdienst. Vielen Dank dafür!“

Insbesondere begrüßte er die Ehrengäste, die durch ihr Erscheinen die Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements der versammelten jungen Menschen bezeugten, so den Stadtverordnetenvorsteher der Stadt Frankfurt Stephan Siegler, den Vertreter des Staatlichen Schulamts, Herr Mag, sowie Vertreter der Polizei.

S. Siegler lobte das ehrenamtliche Engagement der Lotsen, die für die Sicherheit ihrer Mitschüler sorgten, hob ihr vorbildliches Verhalten hervor und dankte den Organisatoren für ihren anerkennenswerten Einsatz. Herr Mag brachte im Rahmen seiner anerkennenden Worte auch seine persönliche Erfahrung als ehemaliger Rektor einer Grundschule ein, in dem er seine positiven Erlebnisse aus dem von ihm begleiteten Schülerlotsendienst besonders hervorhob

Im Rahmen des Wettbewerbs mussten die Schülerlotsen insgesamt vier Aufgabenbereiche bewältigen. Die erste Hürde stellte  ein Wissenstest mit 19 Fragen rund um den Schülerlotsendienst dar; der sich anschließende Test prüfte die Reaktionsfähigkeit der Lotsen. Danach mussten die Schülerlosten im Zweierteam  eines Rollenspiels eine Spielszene aus ihrem tagtäglichen Einsatz durchspielen.  

Stadtverordnetenvorsteher S. Siegler, ein „gelernter“ Polizist, übernahm mit Vergnügen und Engagement den Part eines Juroren und wertete die „schauspielerische“ Qualität der Lotsen.

Bei dem sich anschließenden Trocken-Ski-Slalom, den jeweils zwei zugeloste Wettbewerber zu absolvieren hatten, musste durch Schnelligkeit und Geschicklichkeit Teamfähigkeit bei der Bewältigung des Parcours bewiesen werden.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen nahmen der Präsident und der Stadtverordnetenvorsteher gemeinsam die Siegerehrung vor. Moritz Hief, Schüler der Freiherr-vom-Stein-Schule, Wetzlar errang den ersten Platz, Elias Ott, Lichtenbergschule, Darmstadt belegte den zweiten und Albert Voigtländer-Tetzner, ebenfalls Freiherr-v.-Stein-Schule, erzielte den dritten Platz.

Der Erstplatzierte Moritz Hief wird Hessen bei dem Bundesschülerlotsenwettbewerb im September in Fulda vertreten und sich dabei mit den Besten der anderen 15 Bundesländer messen.

Alle Schülerlotsen erhielten eine Urkunde und ein Präsent, die Siegreichen zusätzlich einen Geldpreis.

Alle Teilnehmer des Wettbewerbs zeigten sich zufrieden mit der Veranstaltung.

schülerlotsen