News Übersicht – Landesverkehrswacht Hessen e.V.

Irrtümer über das Radfahren

Landesverkehrswacht Hessen  informiert:
Drei verbreitete Irrtümer über das Radfahren

Immer wieder stellt sich für Verkehrsteilnehmer die Frage, wie das Miteinander auf der Fahrbahn geregelt ist. Insbesondere zum Verhältnis von Autofahrern und Radfahrern gibt es Aufklärungsbedarf. Der Präsident der Landesverkehrswacht Hessen, Klaus Ruppelt klärt drei populäre Irrtümer auf.

Irrtum 1: Fahrradfahrer gehören immer auf den Radweg

Den Radweg müssen Fahrradfahrer nur benutzen, wenn er mit einem der drei blauen Radwegschilder (Zeichen 237, 240 oder 241) gekennzeichnet ist. Allerdings müssen die ausgeschilderten Radwege nur dann benutzt werden, wenn sie befahrbar und zumutbar sind. Ist der Radweg durch Scherben, Mülltonnen oder parkende Autos versperrt, wird er durch Baumwurzeln und aufgeworfenen Belag für Radfahrer gefährlich, dürfen Radfahrer auf die Fahrbahn ausweichen. Auch, wenn der Radweg in eine andere Richtung führt (zum Beispiel bei Abbiegewünschen) kann sich der Radfahrer auf der Fahrbahn einfädeln.

Irrtum 2: Fahrradfahrer müssen immer hintereinander fahrenradfahren

Auch wenn es häufig sicherer ist, hintereinander zu fahren, dürfen Radfahrer nebeneinander fahren, sofern sie dabei nicht den Verkehr behindern (§ 2, Abs. 4 StVO). Nach § 27, Abs. 1 StVO gelten mehr als 15 Radfahrer als geschlossener Verband. Sie dürfen zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren – was auch für Autofahrer von Vorteil ist, da eine lange einreihige Schlange sich deutlich langsamer fortbewegt und riskanter zu überholen ist. In Fahrradstraßen ist das Nebeneinanderfahren grundsätzlich erlaubt.

musik

 

 

Irrtum 3: Musikhören auf dem Fahrrad ist verboten

Grundsätzlich ist es erlaubt, auf dem Fahrrad Musik zu hören. Allerdings gilt laut § 23, Abs. 1 Satz 1 StVO: „Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden.“ Radfahrer müssen also gewährleisten, dass sie den Straßenverkehr ausreichend wahrnehmen und vor allen Dingen Warnsignale wie Klingeln oder Hupen hören.

Generell sollten sich Radfahrer genau überlegen, wann sie wie Musik hören – schließlich gilt das Gehör neben dem Auge als wichtige Absicherung im Straßenverkehr. Studien ergaben, dass auch Musik in der Lautstärke eines normalen Gesprächs die Wahrnehmung und Informationsverarbeitung beeinträchtigt.

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„Pokémon Go“ erhöht das Unfallrisiko

Gefährliche Ablenkung im Straßenverkehr:
Fußgänger, Radfahrer und Kraftfahrer gehen große Risiken ein

Eine Sekunde Unaufmerksamkeit bei Tempo 50 bedeutet 14 Meter „Blindflug“ so die Erklärung von Klaus Ruppelt, Präsident der Landesverkehrswacht Hessen.

Der Hype um das erst gut zwei Wochen alte Smartphone-Spiel „Pokémon Go“ nimmt weltweit zu. Die Spieler sind begeistert, doch für die Verkehrssicherheit ist die App ein echtes Problem.

In den USA haben sich schon zahlreiche Unfälle ereignet, auch in Deutschland und anderen Mitgliedstaaten der EU befürchtet die Polizei ein erhöhtes Unfallrisiko durch das  Spiel.

Die LVW Hessen rät  dringend davon  ab, im Straßenverkehr auf „Monsterjagd“ zu gehen.

In den USA wurde das Spiel am 6. Juli 2016 zuerst veröffentlicht, in Deutschland eine Woche später, andere europäische Staaten folgten. Seitdem scheint die ganze Welt im „Pokémon“-Fieber zu sein und jagt mit dem Smartphone auf Straßen, Gehwegen, Plätzen und in Gebäuden virtuelle Monster.

Wenn die Jagd allerdings im Straßenverkehr stattfindet, bringt das große Gefahren mit sich. In den USA gab es im Zusammenhang mit der Augmented- Reality-App schon viele Auffahrunfälle und mindestens einen schweren Baumanprall im Staat New York. Autofahrer halten mitten im Verkehr an, weil ein besonders begehrtes Pokémon in der Nähe ist. Und Motorradfahrer sind von der Polizei gestoppt worden, weil sie ihre Handys mit laufendem Spiel auf den Lenker montiert hatten.

Die mit „Pokémon Go“ verbundene Ablenkungs-Gefahr im Straßenverkehr ist immens. Die App registriert über die GPS-Funktion des Smartphones automatisch, wo sich der Spieler befindet. „Wer ein Monster erwischen will, muss ständig auf sein Handy schauen. Und damit geht die Aufmerksamkeit für die Umgebung verloren. Das kann im schlimmsten Fall tödlich enden“, warnt Klaus Ruppelt.

Kraftfahrer genauso wie Radfahrer und Fußgänger sollten ihre Aufmerksamkeit ungeteilt auf den Straßenverkehr richten und sich nicht durch das Smartphone ablenken lassen, so der Appell des Präsidenten. „Viele Menschen machen sich nicht klar, wie groß das Risiko ist, das sie eingehen, wenn sie ihr Handy im Straßenverkehr nutzen.

Auf die Gefahren durch die Nutzung von Smartphones im Straßenverkehr hatte die Landesverkehrswacht Hessen schon früher hingewiesen. Eine Erhebung der DEKRA Unfallforschung in sechs europäischen Hauptstädten hatte diese Einschätzung bestätigt, wonach rund 17 Prozent aller beobachteten Fußgänger beim Überqueren der Straße ihr Smartphone nutzten.

„Bei der Reduzierung der Zahl der Verkehrstoten wurden in den vergangenen Jahrzehnten große Erfolge erzielt. In den letzten Jahren sehen wir aber in insgesamt wieder einen Anstieg“, so Klaus Ruppelt. „Aus unserer Sicht ist der Themenkomplex Aufmerksamkeit und Ablenkung einer der Schwerpunkte, an denen wir für die weitere Verbesserung der Verkehrssicherheit ansetzen müssen.“

Jahreshauptversammlung VWH

jhv erfurt
v.re.: Prof. Kurt Bodewig, Präsident DVW, Dr. Michael Platzköster, Verlag Schmidt Römhild, Heinz Euler, Vizepräsident LVW,
Adolf Urban, Moritz Kröhl, Klaus Ruppelt, Präsident LVW
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Jahreshauptversammlung der Deutschen Verkehrswacht e.V.
4. Juni 2016 in Erfurt

Die Jahreshauptversammlung der DVW fand am 4. Juni  in Erfurt im Arcadia Grand Hotel statt, an der die LVW durch den Präsidenten Klaus Ruppelt und die Vizepräsidenten Claudia Schubert und Heinz Euler vertreten war. Der Ministerpräsident des Freistaats Thüringen  Bodo Ramelow hob im Rahmen seines Grußwortes hervor, dass die Mitglieder der DVW bundesweit gesellschaftliche Verantwortung für Verkehrssicherheit mit einem vorbildlichen Engagement übernehmen würden.

Prof. Kurt Bodewig, Präsident der DVW, dankte dem Ministerpräsidenten  für die anerkennenden Worte.

Bei den in der Jahreshauptversammlung durchgeführten Wahlen wurde der bisherige Präsidenten Prof. Kurt Bodewig, Bundesverkehrsminister a.D. einstimmig in seinem Amt bestätigt. Ebenso wurden die Präsidiumsmitglieder, die sich zur Wiederwahl stellten, sowie auch die neuen Mitglieder einstimmig gewählt. Das neue Präsidium setzt sich wie folgt zusammen:

Prof. Kurt Bodewig

Heiner Bartling, Landesverkehrswacht Niedersachsen

Prof. Dr. Jürgen Brauckmann, Vorstand TÜV Rheinland Berlin Brandenburg Pfalz

Reiner Genilke MdL, Landesverkehrswacht Brandenburg

Hans-Joachim Hacker, Landesverkehrswacht Mecklenburg-Vorpommern

Dr. Kay Lindemann, Geschäftsführer des Verbands der Automobilindustrie (VDA)

Dr. Gudrun Lukin MdL, Landesverkehrswacht Thüringen

Gabriele Pappai, Unfallkasse Nordrhein-Westfalen

Horst Schneider, Vorsitzender der TÜV Süd Stiftung

Als Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats ist ferner Siegfried Brockmann, Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV), dem Präsidium kooptiert.

Als Jugendvertreter wurde Sebastian Straubel (Verkehrswacht Coburg) in den Vorstand gewählt. Neue Rechnungsprüfer sind Ralf Büttner (Landesverkehrswacht Thüringen) und Wolfgang Gerstberger (Landesverkehrswacht Bayern).

Die Jahreshauptversammlung wurde durch die am Tag zuvor  stattfindende Fachtagung begleitet, bei der Unternehmen und Verkehrswachten Produkte und Dienstleistungen anboten.

Im Rahmen der Fachtagung wurde zum Thema: „Zu Fuß unterwegs – aber sicher!“ von Siegfried Brockmann, dem Vorsitzenden des wissenschaftlichen Beirats der DVW,  ein Impulsreferat gehalten, mit dem er sich mit der Verkehrssicherheit für Fußgänger befasste, wobei er u.a. darauf hinwies, dass das zu Fuß gehen die selbstverständlichste Fortbewegungsart des Menschen sei; doch wer zu Fuß unterwegs sei, habe keine Knautschzone. Die Gefahr für Fußgänger, im Straßenverkehr schwere oder tödliche Verletzungen zu erleiden, sei sehr hoch. Dennoch sei dem Fußverkehr auch heute noch zu wenig Aufmerksamkeit in der Verkehrssicherheitsarbeit gewidmet.

Diesen Ausführungen folgend wurden durch  verschiedene Wissenschaftler Referate angeboten, die den Themenbereich praxisnah nachvollziehbar erläuterten.

Am Abend fand  traditionsgemäß der Gesellschaftsabend  im „DASDIE Brettl“ statt, der wie jedes Jahr  vom Verlag Schmidt-Römhild mitgestaltet und in dessen Rahmen  als Höhepunkt der „17. mobil und sicher-Preis“  und der mobil und sicher-Sonderpreis Jugendarbeit verliehen wurden.

 Der Initiator des mobil und sicher-Wettbewerbs und Stifter der Preise ist Verleger Norbert Beleke vom Verlag Schmidt-Römhild in Lübeck – Deutschlands ältestem Verlags- und Druckhaus  – wo das Verkehrswachtmagazin „mobil und sicher" seit 1994 verlegt wird

Die Verkehrswacht Wetteraukreis, das FahrsicherheitsCentrum Rheinberg gemeinsam mit der Verkehrswacht Düsseldorf und die Verkehrswacht Nürnberg sowie die Verkehrswacht Munster-Bispingen waren die glücklichen Gewinner.

Prof. Kurt Bodewig, Dr. Michael Platzköster, Prokurist Verlag Schmidt-Römhild, und Dr. Rita Bourauel, mobil und sicher-Chefredakteurin, prämierten die Gewinner.

Den mobil und sicher-Preis in Gold: Eine wertvolle Urkunde, 1550.- Euro erhielt die Verkehrswacht Wetteraukreis in Hessen für das „Fahrrad-Verkehrstraining für Flüchtlinge“. Rund 440 Teilnehmer im Jahr 2015, mittlerweile sind über 1000 Teilnehmer. „Wir wollten das ganz langsam angehen und wurden von der Wirklichkeit überrollt“, so heißt es in der Bewerbung. Bereits in Jahr 2013 gab es die erste Anfrage, Flüchtlinge zum Thema „Radfahren“ zu unterrichten. An 10 Nachmittagen wurden in je einer Stunde ca. 30 Flüchtlinge unterrichtet. Fahrrad-Check, Fahrradsicherheit (Helm, Licht, Bremsen), zu Fuß durch die Stadt und Gemeinde, Verkehrsregeln, praktische Fahrfertigkeitsübungen und regelrechtes Fahren im Verkehr waren Unterrichtsinhalte. Das Unterrichtskonzept wurde 2014 weitergeführt und in einer Arbeitsgruppe mit anderen Verkehrswachten weiterentwickelt. Die Nachfrage nach Trainingsstunden stieg kontinuierlich. Der Ablauf wurde stärker strukturiert und optimiert. Auch in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Kreises wurde im Jahr 2015 zweimal wöchentlich Unterricht abgehalten, um über die Verkehrsregeln, das Verhalten zu Fuß und per Bus/Bahn zu informieren.

Der mobil und sicher-Preis in Silber eine Urkunde und 1050 Euro erhielt das FahrsicherheitsCentrum Rheinberg gemeinsam mit der Verkehrswacht Düsseldorf für die Aktion „Immer online bremst die Aufmerksamkeit!“. Um Fußgänger für die Gefahren der Nutzung von Smartphones im Straßenverkehr zu sensibilisieren, wurde eine Aktion ins Leben gerufen.

Die Verkehrswacht Nürnberg erhielt den mobil und sicher-Preis in Bronze – eine wertvolle Urkunde und 550.- Euro für „10 Filmclips mit Verkehrssicherheitstipps, die im Regionalfernsehen ausgestrahlt wurden". 10 Filmclips à 3 Minuten wurden zu verschiedenen Themen der Verkehrssicherheit gedreht, z.B. Schulweg, Alkohol am Steuer, Handy am Steuer, Motorrad-Fahrsicherheit, Urlaub und Gepäcksicherung, Senioren beim Fahrsicherheitstraining.

Die Verkehrswacht Munster-Bispingen wurde für insbesondere für „die Gründung des Jugend-Verkehrs-Clubs" mit dem mobil und sicher-Sonderpreis Jugendarbeit: einer Urkunde und 500.- Euro ausgezeichnet. Elf junge Menschen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren  wurden im Dezember vergangenen Jahres zu Verkehrshelfern und Verkehrshelferinnen ernannt. Eine intensive 17-stündige Ausbildung war vorangegangen. Der Jugend-Verkehrs-Club in der Verkehrswacht Munster-Bispingen wurde im April 2015 gegründet.

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