News Übersicht – Landesverkehrswacht Hessen e.V.

Mut zur Lücke!

Sicherheitsabstand beim Überholen von Radfahrern

Besonders in Städten mit hektischem Verkehr klagen Radfahrer über aggressives Verhalten der Autofahrer – und umgekehrt beschweren sich die Autofahrer über aggressive Radfahrer. Zu dichtes Auffahren und riskante Überholmanöver sind keine Seltenheit. Während Autofahrer durch die Karosse abgeschirmt sind, sind Radfahrer ungeschützt unterwegs. Autofahrer sind gehalten, immer ausreichend Abstand zu Radfahrern zu wahren, vor allem beim Überholen.

Für manche Autofahrer sind langsam fahrende  Radler oder Radfahrer, die sich in der Mitte der Fahrbahn einordnen, eine Geduldsprobe. Die Versuchung ist groß, sich an ihnen vorbei zu drängeln, auch auf Kosten des gebotenen Sicherheitsabstands. Das geht zwar in den meisten Fällen gut, doch wenn sich der Autofahrer beim Abstand verschätzt oder aufgrund des Gegenverkehrs oder eines Hindernisses plötzlich einscheren muss, sieht es für den Radfahrer schlecht aus.

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) und verschiedene Gerichtsurteile geben vor, wie viel Platz zum Rad bleiben muss: mindestens 1,5 Meter; d.h. für die Autofahrer auf Distanz zu gehen!

Klaus Ruppelt, Präsident der Landesverkehrswacht Hessen: „Für den Überholvorgang gibt es Vorschriften, die eingehalten werden müssen. Autofahrer, die den Sicherheitsabstand nach ihrem Gefühl entscheiden, handeln nicht verantwortlich. Sicherheit ist durch eine konkrete Situation, durch Wetterlage und durch die handelnden Akteure bestimmt. Entsprechend muss der Sicherheitsabstand betrachtet werden – auf jeden Fall ist immer Rücksicht und in nicht eindeutigen Verkehrssituationen Zurückhaltung geboten.“

Für den Überholvorgang regelt § 5, Absatz 4 der StVO: „Wer zum Überholen ausscheren will, muss sich so verhalten, dass eine Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs ausgeschlossen ist. Beim Überholen muss ein ausreichender Seitenabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere zu den zu Fußgängern  und zu den Radfahrern, eingehalten werden.“

In der Vergangenheit wurde von mehreren Gerichten ein Mindestabstand von eineinhalb Meter als „ausreichend“ beurteilt. Dies gilt aber nur bei einer relativ günstigen Ausgangssituation. Ist das überholende Fahrzeug ein LKW oder fährt es schneller als 90 km/h bzw. wird auf dem zu überholenden Fahrrad zum Beispiel ein Kind transportiert, vergrößert sich der geforderte Mindestabstand. Bei schlechten Wetter- oder Fahrbahnverhältnissen ist ebenfalls eine größerer Zwischenraum einzuhalten.

Ruppelt weist darauf hin: „Die Gerichtsurteile sind kein Freibrief für Radfahrer, sich auf der Fahrbahn egoistisch zu benehmen, auch sie müssen sich rücksichtsvoll verhalten. Sammeln sich Autos hinter ihnen an, die nicht überholen können, müssen sie an geeigneter Stelle langsamer fahren und den Überholvorgang ermöglichen“.

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Verhalten bei Stau auf Autobahnen

Nichts geht mehr!

In dem Bundesland sind die Osterferien beendet. Die Medien haben darüber berichtet, dass die Autobahnen übervoll waren und es immer wieder zu Staus gekommen war. Erhöhte Konzentration war jederzeit gefordert. Aber nicht nur zu Zeiten der Schulferien sondern auch während der gesetzlichen Feiertage muss man auf Autobahnen vermehrt mit Stausituationen rechnen.

Wenn Autofahrer das Stau-Ende nicht bemerken und nicht rechtzeitig abbremsen, kann dies sehr gefährlich werden. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen, weil PKWs oder LKWs mit hohem Tempo in stehende oder langsam fahrende Autos rasen. In vielen Fällen liegt es an der Unachtsamkeit der Fahrer. „Machen Sie regelmäßig Pausen, wenn Sie lange unterwegs sind, damit Sie nicht ermüden“, rät Klaus Ruppelt, Präsident der Landesverkehrswacht Hessen.

Die meisten Autobahnen sind durch breite Fahrbahnen und wenige Kurven sehr übersichtlich. Gibt es Anzeichen für einen Stau, verringern Sie angemessen die Geschwindigkeit und bleiben Sie konzentriert. Achten Sie auch auf elektronische Stauwarnanlagen und hören Sie regelmäßig den Verkehrsfunk ab. Wenn Sie auf ein Stau-Ende zufahren, sollten Sie unbedingt die Warnblinkanlage einschalten, um den nachfolgenden Verkehr auf die Gefahrensituation aufmerksam zu machen.

Wenn Sie merken, dass ein Stau unausweichlich ist, bilden Sie die Rettungsgasse, bevor Sie mit Ihrem Pkw zum Halten kommen. Denn sollte ein Unfall die Ursache des Staus sein, müssen Einsatzkräfte schnell vorankommen. Nach der aktuellen Verordnung wird die Rettungsgasse zwischen dem linken Fahrstreifen  und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Streifen gebildet. Wer sich also auf dem linken Streifen befindet, fährt an den linken Fahrbahnrand. Fahrzeugführer müssen ihre Autos auf den anderen Fahrstreifen nach rechts lenken. Denken Sie aber daran, dass der Standstreifen frei bleiben muss, damit gegebenenfalls Pannenfahrzeuge die Unfallstelle schnell räumen können.

Gerade bei lange dauernden Staus ist die Versuchung groß, auszusteigen und sich „die Beine zu vertreten“. Allerdings ist das Verlassen des Fahrzeugs auf der Autobahn strikt untersagt; Ausnahme bilden Notfallsituationen wie die Absicherung einer Unfallstelle. Nur mit einer Warnweste bekleidet dürfen Insassen dann vorsichtig das Auto verlassen und müssen sich umgehend hinter die Leitplanke begeben. Einsatzkräfte dürfen keinesfalls behindert werden.

Autobahnen gelten als relativ sicher. In den letzten Jahren war das Risiko, auf der Landstraße zu verunglücken, etwa dreimal so hoch wie auf der Autobahn, innerorts sogar achtmal höher. Trotzdem kommt es auf Autobahnen zu schweren Unfällen. Das liegt an den hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten, gepaart mit Fehlverhalten von Autofahrern. Verkehrsstaus bilden dabei ein besonderes Gefahrenpotential.

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Motorradkleidung

Von Kopf bis Fuß auf Schutz eingestellt...

Mit dem Frühling beginnt auch die Motorradsaison. Wenn die Maschinen auf Hochglanz gebracht sind und der obligatorische Technik-Check gemacht ist, geht’s raus auf die Straße. Für eine sichere Ausfahrt ist neben einem technisch einwandfreien Motorrad und guten Fahrfähigkeiten auch die richtige Kleidung wichtig. Was von oben bis unten an den Biker gehört, um besser geschützt in den Kurven zu liegen, lesen Sie hier.

Klaus Ruppelt, Präsident der Landesverkehrswacht Hessen: „Motorradunfälle gehören zu den schlimmsten Unfällen, da Motorradfahrer keinen Raum um sich haben, der die Aufprallenergie zumindest ein Stück weit absorbieren kann. Die richtige Kleidung schafft zumindest eine passive Sicherheit und kann dazu beitragen, dass wenigstens die kleineren Unfälle für den Motorradfahrer etwas glimpflicher verlaufen.“

 „Kombi“

Auch wenn es warm ist, sollten Biker nicht in Jeans und T-Shirt aufs Motorrad steigen. Die Kombi (als Ganzkörperanzug oder als Jacke mit Hose) besteht meist aus Leder oder modernen Textilien. Sie bietet Schutz vor Nässe und Wind; im Falle eines Sturzes auch vor Schürfwunden. Es gibt sie in vielen Designs und Ausführungen. Sogar faserverstärkte Jeanshosen sind keine Seltenheit mehr. Unter der Kombi trägt man am besten Funktionswäsche aus feuchtigkeitsregulierenden Kunstfasern. Je nach Temperaturen sind Sturmhaube oder Kniewärmer auch im Frühjahr noch sinnvoll.

Für den Sitz auf der Maschine braucht die Kombi eine optimale Passform: Sie muss genügend Bewegungsfreiheit geben, Ärmel und Hosenbeine dürfen nicht zu kurz sein, der Kragen darf nicht zuschnüren und im Schritt darf sie nicht kneifen.

Wenn Motorradkleidung in unauffälligen dunklen Farben gehalten ist, sind Warnwesten ratsam, die über die Kombi gezogen werden und per Reißverschluss geschlossen werden. So bleiben sie auch bei starkem Fahrtwind da, wo sie hingehören und der Biker ist besser sichtbar für andere.

Protektoren

Protektoren machen Motorradbekleidung noch sicherer. Hier sollte auf das Prüfzeichen CE EN 1621 geachtet werden. Viele Kombis sind bereits mit schützenden Elementen zum Beispiel für Kniegelenke, Schulter und Ellenbogen ausgestattet. Rückenprotektoren stützen zusätzlich die Wirbelsäule. Sie können auch separat unter die Kleidung gezogen werden und sollten an keinem Biker fehlen. Der Nierengurt gehört für viele zur Standardausrüstung und schützt den Lendenbereich vor Auskühlung.

Handschuhe und Stiefel

Motoradhandschuhe und Stiefel müssen trocken und warm halten. Da die Gelenkstruktur der Hände komplex und verletzungsanfällig ist, haben Handschuhe Materialverstärkungen für die Fingerknöchel und Handballen. Bei der Anprobe muss jeder darauf achten, dass die Beweglichkeit nicht zu sehr eingeschränkt wird – der Fahrer muss mit Gefühl Bremse, Gas und Kupplung bedienen können. Die Stulpen sollten lang genug sein, um mit dem Jackenärmel gut abzuschließen.

Auch die Stiefel müssen sitzen, ohne die Beweglichkeit einzuschränken. Der Biker bedient mit dem Fuß die zweite Bremse und schaltet die Gänge. Qualitätsvolle Stiefel polstern den Fuß rundum und haben eine rutschfeste Sohle, um in jeder Situation den Halt auf den Fußrasten zu behalten. Bei einer guten Passform sitzen die Gelenkprotektoren an der richtigen Stelle und ein hoher Schaft schützt Schienbein und Wade.

Helm

Ob Integral-, Jet- oder Klapphelm: In Deutschland gilt für Motorradfahrer seit 1976 eine Helmpflicht. Welcher Helm der Beste ist, hängt von der Art der Belastung und auch persönlichem Geschmack ab. Wichtig ist die aktuelle Prüfnorm ECE 22-05. Darüber hinaus muss er gut sitzen und darf auch mit Schutzbrille nicht drücken. Bei Visier und Brille ist darauf zu achten, dass sie wenig beschlagen wie zum Beispiel ein Pinlock-Visier. Nach einem Sturz ist der Helm unbedingt zu entsorgen, denn er kann dann seine Schutzwirkung nicht mehr optimal gewährleisten

 

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