News Übersicht – Landesverkehrswacht Hessen e.V.

Heuschnupfen

Mit Heuschnupfen:
Vorsicht im Straßenverkehr

Pollenallergie ist die am häufigsten auftretende Allergieform in Deutschland.

Gräser, Baum- und Kräuterblüte führen ab dem Frühjahr bei etwa jedem Sechsten zu Heuschnupfen, das heißt zu geschwollenen und brennenden Augen oder Juckreiz. Das schränkt nicht nur die Lebensqualität ein; die körperlichen Beeinträchtigungen können im Straßenverkehr gefährlich werden. Auch die Einnahme von Antihistaminika kann problematisch sein.

 Wer unter heftigen Allergiesymptomen leidet, fühlt sich oft matt und müde,unkonzentriert und reaktionsschwach. Geschwollene Augenlider können tränen und schmerzen – sich in diesem Zustand hinters Steuer zu setzen, ist riskant. Auch eine Nies-Attacke bei der Autofahrt ist nicht zu unterschätzen, denn beim Niesen schließt man die Augen und ist so im „Blindflug“ unterwegs, also nicht mehr fähig, in angemessener Weise auf die Verkehrssituation zu reagieren.

 Klaus Ruppelt, Präsident der Landesverkehrswacht Hessen: „Generell sollte jeder Verkehrsteilnehmer seine Fahrtauglichkeit immer selbstkritisch prüfen. Wer also krank ist oder starke allergische Reaktionen zeigt, muss sich ganz genau fragen, ob er fit für den Straßenverkehr ist so in der Lage ist bedenkenlos am Straßenverkehr teilzunehmen. Auch wenn Medikamente eingenommen worden sind, heißt es, einen Gang zurückzuschalten.“

 Die meisten lokal angewendeten Arzneien wie Augen- oder Nasentropfen sind unbedenklich für die Fahrtüchtigkeit. Allerdings zeigen einige stärkere Allergiepräparate wie Histamin-Rezeptorblocker (Antihistaminika) sedierende Nebenwirkungen und vertragen sich nicht gut mit einer aktiven Verkehrsteilnahme.

Besonders bei Antihistaminika der 1. Generation ist es besser, sie abends einzunehmen, da sie ermüden und schläfrig machen.

Bei Behandlung von Allergien wie Heuschnupfen ist es wichtig, mit dem Arzt oder dem Apotheker die Menge und Dauer der Einnahme zu besprechen und Nebenwirkungen sowie den Einfluss auf ihre Fahrtauglichkeit zu erfragen. Generell ist zu mehr Vorsicht geraten, wenn die Medikation begonnen bzw. das Präparat gewechselt wird. Alkohol sollte nie mit Antiallergika kombiniert werden.

Allergiker sind gut beraten, in ihrem Auto hochwertige Pollenfilter zu installieren. Darin verfangen sich Staub und Pollen und werden abgehalten, mit der Luft nach innen zu fließen. Da die Leistungsfähigkeit der Filter mit der Zeit nachlässt, sollten sie möglichst jedes Jahr gewechselt werden – sinnvollerweise, bevor die Pollen fliegen.

heuschnupfen - pollen

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Mut zur Lücke!

Sicherheitsabstand beim Überholen von Radfahrern

Besonders in Städten mit hektischem Verkehr klagen Radfahrer über aggressives Verhalten der Autofahrer – und umgekehrt beschweren sich die Autofahrer über aggressive Radfahrer. Zu dichtes Auffahren und riskante Überholmanöver sind keine Seltenheit. Während Autofahrer durch die Karosse abgeschirmt sind, sind Radfahrer ungeschützt unterwegs. Autofahrer sind gehalten, immer ausreichend Abstand zu Radfahrern zu wahren, vor allem beim Überholen.

Für manche Autofahrer sind langsam fahrende  Radler oder Radfahrer, die sich in der Mitte der Fahrbahn einordnen, eine Geduldsprobe. Die Versuchung ist groß, sich an ihnen vorbei zu drängeln, auch auf Kosten des gebotenen Sicherheitsabstands. Das geht zwar in den meisten Fällen gut, doch wenn sich der Autofahrer beim Abstand verschätzt oder aufgrund des Gegenverkehrs oder eines Hindernisses plötzlich einscheren muss, sieht es für den Radfahrer schlecht aus.

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) und verschiedene Gerichtsurteile geben vor, wie viel Platz zum Rad bleiben muss: mindestens 1,5 Meter; d.h. für die Autofahrer auf Distanz zu gehen!

Klaus Ruppelt, Präsident der Landesverkehrswacht Hessen: „Für den Überholvorgang gibt es Vorschriften, die eingehalten werden müssen. Autofahrer, die den Sicherheitsabstand nach ihrem Gefühl entscheiden, handeln nicht verantwortlich. Sicherheit ist durch eine konkrete Situation, durch Wetterlage und durch die handelnden Akteure bestimmt. Entsprechend muss der Sicherheitsabstand betrachtet werden – auf jeden Fall ist immer Rücksicht und in nicht eindeutigen Verkehrssituationen Zurückhaltung geboten.“

Für den Überholvorgang regelt § 5, Absatz 4 der StVO: „Wer zum Überholen ausscheren will, muss sich so verhalten, dass eine Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs ausgeschlossen ist. Beim Überholen muss ein ausreichender Seitenabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere zu den zu Fußgängern  und zu den Radfahrern, eingehalten werden.“

In der Vergangenheit wurde von mehreren Gerichten ein Mindestabstand von eineinhalb Meter als „ausreichend“ beurteilt. Dies gilt aber nur bei einer relativ günstigen Ausgangssituation. Ist das überholende Fahrzeug ein LKW oder fährt es schneller als 90 km/h bzw. wird auf dem zu überholenden Fahrrad zum Beispiel ein Kind transportiert, vergrößert sich der geforderte Mindestabstand. Bei schlechten Wetter- oder Fahrbahnverhältnissen ist ebenfalls eine größerer Zwischenraum einzuhalten.

Ruppelt weist darauf hin: „Die Gerichtsurteile sind kein Freibrief für Radfahrer, sich auf der Fahrbahn egoistisch zu benehmen, auch sie müssen sich rücksichtsvoll verhalten. Sammeln sich Autos hinter ihnen an, die nicht überholen können, müssen sie an geeigneter Stelle langsamer fahren und den Überholvorgang ermöglichen“.

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Verhalten bei Stau auf Autobahnen

Nichts geht mehr!

In dem Bundesland sind die Osterferien beendet. Die Medien haben darüber berichtet, dass die Autobahnen übervoll waren und es immer wieder zu Staus gekommen war. Erhöhte Konzentration war jederzeit gefordert. Aber nicht nur zu Zeiten der Schulferien sondern auch während der gesetzlichen Feiertage muss man auf Autobahnen vermehrt mit Stausituationen rechnen.

Wenn Autofahrer das Stau-Ende nicht bemerken und nicht rechtzeitig abbremsen, kann dies sehr gefährlich werden. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen, weil PKWs oder LKWs mit hohem Tempo in stehende oder langsam fahrende Autos rasen. In vielen Fällen liegt es an der Unachtsamkeit der Fahrer. „Machen Sie regelmäßig Pausen, wenn Sie lange unterwegs sind, damit Sie nicht ermüden“, rät Klaus Ruppelt, Präsident der Landesverkehrswacht Hessen.

Die meisten Autobahnen sind durch breite Fahrbahnen und wenige Kurven sehr übersichtlich. Gibt es Anzeichen für einen Stau, verringern Sie angemessen die Geschwindigkeit und bleiben Sie konzentriert. Achten Sie auch auf elektronische Stauwarnanlagen und hören Sie regelmäßig den Verkehrsfunk ab. Wenn Sie auf ein Stau-Ende zufahren, sollten Sie unbedingt die Warnblinkanlage einschalten, um den nachfolgenden Verkehr auf die Gefahrensituation aufmerksam zu machen.

Wenn Sie merken, dass ein Stau unausweichlich ist, bilden Sie die Rettungsgasse, bevor Sie mit Ihrem Pkw zum Halten kommen. Denn sollte ein Unfall die Ursache des Staus sein, müssen Einsatzkräfte schnell vorankommen. Nach der aktuellen Verordnung wird die Rettungsgasse zwischen dem linken Fahrstreifen  und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Streifen gebildet. Wer sich also auf dem linken Streifen befindet, fährt an den linken Fahrbahnrand. Fahrzeugführer müssen ihre Autos auf den anderen Fahrstreifen nach rechts lenken. Denken Sie aber daran, dass der Standstreifen frei bleiben muss, damit gegebenenfalls Pannenfahrzeuge die Unfallstelle schnell räumen können.

Gerade bei lange dauernden Staus ist die Versuchung groß, auszusteigen und sich „die Beine zu vertreten“. Allerdings ist das Verlassen des Fahrzeugs auf der Autobahn strikt untersagt; Ausnahme bilden Notfallsituationen wie die Absicherung einer Unfallstelle. Nur mit einer Warnweste bekleidet dürfen Insassen dann vorsichtig das Auto verlassen und müssen sich umgehend hinter die Leitplanke begeben. Einsatzkräfte dürfen keinesfalls behindert werden.

Autobahnen gelten als relativ sicher. In den letzten Jahren war das Risiko, auf der Landstraße zu verunglücken, etwa dreimal so hoch wie auf der Autobahn, innerorts sogar achtmal höher. Trotzdem kommt es auf Autobahnen zu schweren Unfällen. Das liegt an den hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten, gepaart mit Fehlverhalten von Autofahrern. Verkehrsstaus bilden dabei ein besonderes Gefahrenpotential.

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