News Übersicht – Landesverkehrswacht Hessen e.V.

HELAU! ALAAF!

Mit Kostüm hinters Steuer?

Masken und Kostüme gehören zum Karneval wie Kamelle und Umzüge. Für verkleidete Autofahrer gibt es allerdings keine Narrenfreiheit.

Wer sich kostümiert hinters Steuer setzen möchte, muss darauf achten, dass seine Verkleidung  weder seine Sicht oder das Gehör beeinträchtigen; andernfalls droht ein Verwarnungsgeld von 10 Euro. Zudem muss der Fahrer sich trotz Verkleidung uneingeschränkt bewegen können. Der Schulterblick oder eine schnelle, unvermittelte Reaktion müssen genauso wie Lenken oder Einparken jederzeit ungehindert möglich sein.

Für viele Karnevalsfreunde gehören aber auch alkoholische Getränke zu den närrischen Tagen. Jeder „Jeck“ sollte sich bereits vor der Feier klarmachen: „Wenn ich heute trinke, dann lasse ich den Wagen stehen.“ Der Präsident der Landesverkehrswacht Hessen, Klaus Ruppelt, rät daher allen Karneval-Fans, das eigene Fahrzeug zu Hause zu lassen und zu Faschingsfeiern und Karnevalsumzügen mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.

„Bereits geringe Mengen alkoholischer Getränke können die Fahrtüchtigkeit einschränken“, so der Präsident der Landesverkehrswacht Hessen. „Zudem steigt die Risikobereitschaft, gerade bei Menschen, die fahruntüchtig sind. Statt darauf zu vertrauen, mit ein paar Bier noch fahren zu können, sollte die Devise ‚Wer fährt, trinkt nicht‘ gelten. Denn gerade in der Karnevalszeit setzt die Polizei vermehrt auf Verkehrskontrollen.

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Strafbar macht sich bereits, wer mit mehr als 0,3 Promille Alkoholgehalt im Blut Auto fährt und Anzeichen von Fahrunsicherheit aufweist oder einen Verkehrsunfall verursacht. Ab 0,5 Promille begehen Autofahrer in jedem Fall eine Ordnungswidrigkeit, ganz gleich ob Anzeichen von Fahrunsicherheit vorliegen oder gar ein Unfall geschehen ist
(§ 24a StVG); außerdem droht ein Fahrverbot von einem Monat.     

Achtung, Winterdienst!

Während sich Wintersportler über den ersten Schnee freuen, ist er für Autofahrer oftmals eine Last. Vereiste Straßen und Autobahnen erschweren das Fahren erheblich. Räum- und Streufahrzeuge schaffen Abhilfe, erfordern aber ein angepasstes Verhalten.

Nach §35 der Straßenverkehrsordnung (StVO) genießt der Winterdienst bestimmte Sonderrechte. Die Fahrzeuge dürfen bspw. auf der Fahrbahn halten und wenden, entgegen der Fahrtrichtung rollen und trotz ihrer geringen Geschwindigkeit auf der linken Autobahnspur fahren. Räumfahrzeuge sind mit durchschnittlich 25 km/h unterwegs, Streufahrzeuge mit maximal 55 km/h. Das hat auch Auswirkungen auf den nachfolgenden Verkehr, der langsamer vorankommt. Dennoch rät die Landesverkehrswacht Hessen (LVW Hessen)  von einem Überholmanöver ab, wie  Präsident Klaus Ruppelt, betont: „Vor den Fahrzeugen ist die Fahrbahn oftmals sehr glatt und vereist, sodass ein sicheres Fahren nicht möglich ist. Außerdem sind die Räum- und Streufahrzeuge breiter als andere Automobile; es bleibt kaum Platz zum Vorbeifahren.“

Auf Autobahnen kommt hinzu, dass der Winterdienst gestaffelt fährt. Das bedeutet, dass sich das vorausfahrende Räumfahrzeug meist auf der Überholspur bewegt und die nachfolgenden auf den anderen Spuren in kurzem Abstand dahinter fahren. Außerdem bewahrt ein ausreichender Sicherheitsabstand vor Sichtbehinderungen, die durch Schnee, Split oder Salz entstehen können.

Wenn das Auto den geräumten Fahrstreifen verlässt, muss der Fahrer meist über einen kleinen Schneewall fahren, der durch die Schaufel des Pflugs entstanden ist. Wer diesen in einem stumpfen Winkel überquert, umgeht die Gefahr, im Tiefschnee zu versinken. Bei entgegenkommenden Räumfahrzeugen ist abermals die breitere Front zu bedenken. Die LVW Hessen empfiehlt in derartigen Situationen, möglichst weit rechts zu fahren und im Zweifelsfall anzuhalten.

Winterdienst

Weihnachtsbaum-Transport

Lang und sicher – der Weihnachtsbaum als Ladung

Die Nachfrage nach Weihnachtsbäumen ist enorm: In 2014 wurden 29 Millionen Exemplare verkauft, so der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie. Wer den Baum mit dem Auto sicher nach Hause bringen möchte, sollte ein paar Vorkehrungen treffen:

 Weihnachtsbaum-Transport SO NICHT!!

Kleiner Baum oder großes Auto

Wer einen Kombi oder Van besitzt, kann den Christbaum im Kofferraum oder im Innenraum auf den zurückgeklappten Rücksitzen befördern. Allerdings muss er sicherstellen, dass der Baum weder die Sicht des Fahrers noch seine Bewegungsfreiheit einschränkt. Aus diesem Grund liegt der Baum am besten mit der Spitze nach vorne im Wagen. Sinnvoll ist eine Fixierung des Baums mit Gurten, damit er in Kurven oder plötzlich notwendigen Fahrmanövern wie einer Vollbremsung nicht verrutscht.

Der Baum darf hinten bis zu drei Meter überstehen, wenn der Weg zu seinem Bestimmungsort unter 100 Kilometer weit ist. Wer seinen Baum weiter transportieren möchte muss darauf achten, dass sich die Überstandlänge auf 1,5 Meter verringert (§22 StVO). Ragt der Weihnachtsbaum mehr als 1 Meter über die Rückstrahler hinaus, müssen Autofahrer das Baumende kennzeichnen. Hierzu eignet sich eine hellrote Fahne von mindestens 30 mal 30 Zentimeter Größe, ein gleich großes, hellrotes Schild oder ein senkrecht angebrachter zylindrischer Körper gleicher Farbe und Höhe. Dieser muss einen Durchmesser von mindestens 35 Zentimeter haben. All jene Sicherungsmittel dürfen nicht mehr als 1,5 Meter über der Fahrbahn angebracht sein.

Bei Dämmerung, Dunkelheit oder schlechten Sichtverhältnissen sind zusätzlich mindestens eine rote Leuchte und ein roter Rückstrahler maximal 90 Zentimeter über der Fahrbahnoberfläche anzubringen. Generell darf die Ladung weder die Fahrzeugbeleuchtung noch das Kennzeichen verdecken.

Großer Baum oder kleines Auto

Wenn der Kofferraum zu klein oder der Baum zu groß ist, kommt er aufs Dach. Auf dem Dach wird der Christbaum genau andersherum transportiert: Die Spitze kommt nach hinten, damit der Luftwiderstand gering ist und der Fahrtwind keine Zweige abbricht – wobei auch hier die Empfehlung gilt, den Baum eingepackt zu transportieren. Als Halterung dienen Spanngurte – sie werden am jeweiligen Trägersystem und mit einer festen Schleife um den Stamm befestigt.

„Beachten Sie unbedingt die Vorschriften der Ladungssicherung“, rät Klaus Ruppelt, Vorsitzender der Verkehrswacht Wetzlar. „Der Baum darf selbst bei einer Vollbremsung oder plötzlichen Ausweichbewegungen nicht verrutschen oder gar herunterfallen. Er ist sonst ein Sicherheitsrisiko für andere Verkehrsteilnehmer.“

Bei einem Verstoß gegen die Ladungssicherungspflichten drohen ein Bußgeld von 60 Euro und ein Punkt im Fahreignungsregister. Auch für den Transport auf dem Dach gilt die Kennzeichnung bei Überhang.