News Übersicht – Landesverkehrswacht Hessen e.V.

Handy am Steuer

Landesverkehrswacht Hessen fragt: Fahrverbot bei Handynutzung?

Die Deutsche Verkehrswacht hatte am 10. Juni 2017 auf ihrer Jahreshauptversammlung in Würzburg beschlossen, sich dafür einzusetzen, die Regelahndung für Handynutzung am Steuer strenger zu definieren.

Schwere Verstöße gegen §23 Abs. 1 der Straßenverkehrsordnung sollen zukünftig mit einem einmonatigen Fahrverbot geahndet werden; diese Forderung soll auch für Nutzer von Mobiltelefonen am Steuer gelten, die wiederholt ermittelt werden.

Klaus Ruppelt, Präsident der Landesverkehrswacht Hessen und Richter a.D.: „Telefonieren mit dem Handy während der Fahrt ist kein Kavaliersdelikt sondern bedeutet eine große Gefährdung anderer im Straßenverkehr. Deshalb erscheint ein einmonatiges Fahrverbot für Wiederholungstäter geboten. Die Verkehrswacht begrüßt das Vorhaben des Bundesverkehrsministeriums und der Verkehrsministerkonferenz, für diese Delikte einen neuen Sanktionsrahmen festzulegen. Wir hoffen, dass eine entsprechende Gesetzgebung baldmöglichst realisiert wird. Angesichts der hohen Unfallgefährdung, die von der Nutzung mobiler Endgeräte während einer Autofahrt ausgeht, besteht aus unserer Sicht dringender Handlungsbedarf.“

Laut einer repräsentativen forsa-Umfrage vom August 2016 gaben 30 Prozent der Autofahrer an, hin und wieder einen Blick auf ihr Mobiltelefon zu werfen um zu sehen, ob jemand angerufen oder geschrieben hat, ebenso viele gaben an, ihr Mobiltelefon während der Fahrt aktiv zu nutzen. Von den Befragten fühlen sich dabei 40 Prozent stark und weitere 20 Prozent sehr stark abgelenkt; Fahrfehler werden in Kauf genommen. Die forsa-Umfrage wurde von der Deutschen Verkehrswacht und dem Automobil-Club Verkehr in Auftrag gegeben.

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Im Auto entspannt in den Sommerurlaub

Die LVW rät:  

Am 03. Juli beginnen in Hessen die Sommerferien. Viele Familien werden die Gelegenheit nutzen zu verreisen und fahren dann mit dem eigenen Auto in den Urlaub. Trotz aller Vorteile kann die Fahrt schnell zur Belastungsprobe werden. Nicht nur setzen lange Lenkzeiten dem Fahrer zu, Hitze und verstopfte Straßen erhöhen den Stresspegel aller Insassen. Die Verkehrswacht Wetzlar gibt Tipps, um Kind und Kegel entspannter ans Ziel zu bringen.

Auf die Plätze … Damit es keine bösen Überraschungen gibt, sollte das Fahrzeug vor der Fahrt gründlich gecheckt werden. Überprüfen Sie Öl- und Wasserstand, Scheibenwischer und Wischwasser, ferner Verbandskasten, Warndreieck und Warnweste.

Das Gepäck muss fest und sicher verstaut sein, so dass bei einem Bremsmanöver keine losen Elemente hin und her geschleudert werden und einen Insassen verletzen. Verstauen Sie die Gepäckstücke unbedingt so, dass Sie nach allen Seiten freie Sicht haben – die Heckablage ist keine Verlängerung des Kofferraums.
Wenn Sie den Kofferraum befüllen, nehmen Sie vorher den Verbandskasten, das Warndreieck und die Warnweste heraus. Diese Sicherheitsteile gehören oben auf das Gepäck oder an eine andere leicht zugängliche Stelle, damit sie im Notfall schnell zur Hand sind.

Kontrollieren Sie gründlich die Reifen. Das Profil der Reifen sollte mindestens vier Millimeter tief sein. Ein vollgepacktes Auto braucht zudem mehr Reifendruck. Messen Sie den Reifendruck vor der Fahrt, denn während der Fahrt verändert er sich und Sie gehen von einem zu hohen Wert aus. Ein richtig eingestellter Reifendruck verbessert nicht nur die Bodenhaftung, sondern spart auch Kraftstoff und verringert den Verschleiß.

… fertig … Denken Sie daran, ausreichend Getränke einzupacken, denn im Hochsommer sind Sie trotz Klimaanlage schnell dehydriert. Flüssigkeitsmangel kann Sie nervös und reizbar machen und dazu beitragen, dass Sie sich nicht mehr auf Ihre Fahraufgabe konzentrieren können. Leichte Snacks geben zusätzlich Energie.

Blenden vor den Fenstern im Fond schützen vor allem die empfindlichen Kinder vor direkter Sonneneinstrahlung. Vergessen Sie nicht, Spielzeug einzupacken, um den kleinen Mitfahrern die Langeweile zu vertreiben. Kuscheltiere, Lieblingsspiele und Lieblingsspielzeug können die Ungeduld der Kinder am ehesten mäßigen und die gefürchtete Frage „Wann sind wir endlich da?“ hinauszögern.

Nicht zuletzt muss Ihre Reiseroute klar sein, besonders Ausweichmöglichkeiten im Falle eines Staus. Planen Sie im Voraus Alternativrouten und hören Sie während der Fahrt regelmäßig den Verkehrsfunk ab. Manchmal ist eine Landstraße die bessere Wahl und schont die Nerven.

…los! Passen Sie Ihren Fahrstil und die Geschwindigkeit unbedingt den Gegebenheiten an. Ein höheres Fahrzeuggewicht verlängert beispielsweise den Brems- und damit auch den Anhalteweg und beeinflusst darüber hinaus auch das Kurvenverhalten.
Um nicht zu ermüden, sollte bei längeren Autofahrten spätestens alle zwei Stunden eine Pause eingelegt werden. Vertreten Sie sich die Beine, machen Sie ein Bewegungsspiel mit den Kindern und nehmen Sie ggfls. einen Fahrerwechsel vor. 

 

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Angespannt...

Mit Fahrradanhänger sicher radeln

Fahrräder werden immer mehr für den Transport von Gepäck oder Kindern genutzt. Neben den speziellen Lastenrädern ist der Fahrradanhänger eine günstige und flexible Alternative, da er an den meisten Fahrradmodellen angebracht werden kann. Wer mit solch einem Gespann sicher unterwegs sein möchte, muss vor allem auf eine verkehrssichere Ausstattung achten. Aber auch die besonderen Fahreigenschaften sollte jeder im Blick behalten, um sich und andere nicht zu gefährden.

Ist ein Radfahrer mit Anhänger unterwegs, muss er sein Fahrverhalten diesem Umstand anpassen. Die Länge des Gespanns vergrößert den Kurvenradius. Bei zweirädrigen Anhängern muss er auch dessen Breite einplanen und kann z. B. nicht mehr durch enge Lücken fahren. Durch seinen tiefen Schwerpunkt rollt der Anhänger zwar relativ stabil, trotzdem kann ein Bordstein ein Hindernis darstellen, das das Gleichgewicht stört – dem Radfahrer ist dann zur vermehrten Vorsicht geraten, um ein Umkippen zu vermeiden. Eine gleichmäßige Verteilung der Ladung ist besonders wichtig.

In keinem Fall darf ein Radfahrer das höhere Gesamtgewicht unterschätzen, gerade beim Anfahren oder beim Benutzen einer Straße mit Gefälle. Auch beim zügigen Abbiegen wirken größere Fliehkräfte, die das Zugfahrrad zur Seite drücken können.
Der Bremsweg verlängert sich ebenfalls durch die höhere Masse. Wichtig ist immer, den Anhänger nicht zu überladen, weil dadurch die Bremsen überfordert werden. Maximal 40 Kilogramm dürfen zugeladen werden, wenn der Hersteller nicht sogar weniger vorschreibt. Vor allem bei Lastenanhängern mit einer sogenannten Hochdeichsel, die in Sattelnähe am Rahmen befestigt wird, muss die Verzögerung vorsichtig dosiert werden, sonst schiebt der Anhänger das Hinterrad hoch und der Bodenkontakt geht verloren.  

Bei einer Tiefdeichsel besteht jedoch dieses Problem nicht. Sie wird auf Höhe der Fahrrad-Achse angebracht und ist bei Anhängern für die Mitnahme von Kindern vorgeschrieben. Bis zu zwei Kinder unter sieben Jahren dürfen in dafür vorgesehene Anhänger transportiert werden. Für Kinder mit Behinderung gilt die Altersgrenze nicht. Wird nur ein Kind transportiert, sollte es in der Mitte platziert werden, um das Gewicht gleichmäßig zu verteilen.

Klaus Ruppelt, Präsident der Landesverkehrswacht Hessen:„Kinder sind im Fahrradanhänger sicher untergebracht; sie sitzen bequem und sind durch den Aufbau gut geschützt. Dabei müssen sie immer angeschnallt sein und die vorgeschriebene Körpergröße als auch das Körpergewicht eingehalten werden. Zudem ist es sinnvoll, dass auch Kinder im Anhänger einen Schutzhelm tragen.“

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